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Die Wahrheit des Wortes

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Abschied von Loki

25. Oktober 2010

Loki Schmidt, die Ehefrau von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD), verstarb am Donnerstag letzter Woche im Alter von 91 Jahren. Glaubt man der These, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht, hat Deutschland eine große Persönlichkeit verloren. Loki Schmidt wurde am 03. März 1919 in Hamburg als Hannelore Glaser geboren und stellte mit ihrem Ehemann immer ein ganz besonderes Paar dar. Diese Rückendeckung, die sie ihrem Mann über all die Jahrzehnte gegeben hat, wird sich manch einer in der heutigen Zeit wünschen. Man muss wohl sagen, dass Helmut Schmidt (SPD) nicht der große Bundeskanzler und Politiker geworden wäre, der er war und ist, hätte er diesen Rückhalt nicht gehabt. Die Schmidts haben ein Familienmodell gelebt, welches man in der heutigen, schnelllebigen und oftmals werteverlorenen Zeit, vergeblich sucht. Deutschland, aber vor allem natürlich Helmut Schmidt (SPD) selbst, hat eine großartige Frau verloren.

Hamburg trauert
Loki Schmidt war in vielerlei Hinsicht eine ganz besondere Frau, so setzte sie sich schon für die Natur ein, da dachte noch niemand an die Grünen und auch dies ist etwas, was dieses Leben so bewundernswert macht. Frau Schmidt stand niemals einfach nur im Schatten ihres Mannes, sie hatte bei allem was sie für Helmut Schmidt (SPD) getan hat, auch noch immer ihr eigenes, erfülltes Leben. Aus diesem langen Leben hat sie auch immer wieder gerne erzählt und jeder der einmal ein Interview mit ihr erlebt hat, weiß auch wie spannend es war ihren Erzählungen zu folgen. Es war auch dieser hanseatische Charme, der sie so ausmachte und auch erklärt, warum nun eine ganze Stadt trauert. Es sind genau diese Menschen, die Deutschland ausgemacht haben und die man im Moment nur allzu oft vermisst und auch dies ist ein weiterer großer Grund für die Trauer, die auch hier in der Redaktion in Köln herrscht. Man kann sich nur wünschen, dass ihre Art, ihr Wesen den Menschen in Erinnerung bleibt und vielen als Vorbild dient.

Natürlich gilt unser Mitgefühl auch Helmut Schmidt (SPD) der seine geliebte, starke Ehefrau verloren hat mit der er viele Höhen und Tiefen erlebt hat. Alles begann damals in den Wirren des Zweiten Weltkrieges und man fragt sich natürlich in solchen Zeiten, ob sein Weg wohl genauso verlaufen wäre, hätte er Loki nicht getroffen und sie geheiratet. Diese wahnsinnige Weitsicht des politischen Schwergewichts, dessen Statements bis in die Gegenwart so wichtig für Deutschland sind, sind mit Sicherheit auch ein Teil dieser Beziehung. Das Wertedenken, welches Helmut Schmidt (SPD) auch immer wieder ins Spiel bringt und welches aktuell immer mehr verloren geht, kann man nur überzeugend erklären, wenn man es selber auch lebt. Helmut Schmidt (SPD) hatte schon vor Jahren seine großen Reisen massiv eingeschränkt, um für seine Frau in Hamburg dazu sein, auch so etwas zeichnet eine solch großartige Beziehung aus und zeigt, welche Loyalität zwischen den beiden bis zuletzt Bestand und auch Loyalität ist etwas, was man in der heutigen Zeit oft genug vermisst.

Die doppelte Karriere
Das heutige Streben nach Macht, die Gier nach immer mehr Gewinn treibt die Gesellschaft mehr und mehr in den Ruin. Das Land ist auf dem Weg in den ethischen und moralischen Bankrott, was nichts Gutes bedeuten kann und auch Helmut Schmidt (SPD) hat schon mehrfach davor gewarnt, was in diesem Jahrtausend auf die Menschheit noch alles zu kommen wird. Wenn man diesen Egoismus, die maßlose Gier schon im kleinsten einschränkt, profitieren am Ende des Tages alle davon, auch dafür ist diese Ehe ein Beweis. Loki Schmidt war nicht einfach nur die Mutter und Hausfrau im Hintergrund, sie war eine eigenständige Persönlichkeit, die auf ihre Art, mit ihrem Weg die Menschen genauso beeinflusste und erfreute, wie es ihr Ehemann tat. Es ist traurig, dass man solche Konstellationen in der heutigen Zeit nur so selten findet, selbst bei Schmidts (SPD) Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers, Helmut Kohl (CDU) , stellte es sich, trotz der Namensgleichheit, schon völlig anders dar und auch bei Kohl (CDU) muss man in einer gewissen Art von einer großen politischen Persönlichkeit sprechen.

Was von Loki Schmidt natürlich auch bleiben wird, sind ihre Blumen, denn seit 1980 kürte sie die Blume des Jahres. In diesem Jahr stellte ihre Stiftung die Moorlilie als Blume des Jahres vor und sie konnte es nicht mehr miterleben, da sie einige Stunden zuvor verstorben war. So wichtig ihr Engagement an dieser Stelle auch war, sollte dies aber nicht das Einzige sein, was von ihr bleibt. Es ist der hier beschriebene gesamte Lebensweg einer starken und vielschichtig engagierten Frau, der uns allen in Erinnerung bleiben sollte und mehr noch sollte er uns als Vorbild dienen. Wenn mehr Menschen, so denken, so fühlen und so leben würden, wie Loki Schmidt es getan hat, würde es dem Land besser gehen. Es sind eben diese großen Familien, die man in Deutschland braucht, um wieder dahin zu kommen, wo man einmal war. Es sind diese Werte, die die Schmidts vorgelebt haben, die in der heutigen Zeit wichtiger denn je sind und auch dies sollte ein Vermächtnis dieser großartigen Frau sein. In diesem Sinne möchte das Redaktionsteam mit diesem Nachruf Helmut Schmidt (SPD) natürlich auch das aufrichtige Beileid aussprechen.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Politik · Umwelt

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