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Die Wahrheit des Wortes

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Abschied von dieser Welt

14. Mai 2009

Anfang der letzten Woche veröffentlichte die Bundesregierung den aktuellen Drogen-und Suchtbericht 2009 und dieser zeigt vor allem eines auf, sich ins Koma zu saufen wird unter Kindern und Jugendlichen immer mehr zur Mode. Erstaunlicherweise scheint es noch immer viele Menschen zu geben, die dieser Trend überrascht, dabei müsste mittlerweile jedem klar sein, wo in vielen Fällen die Ursache für dieses Verhalten liegt. Es ist aber auch davon auszugehen, dass die Hauptursachen auch weiterhin ignoriert werden, dies gilt ins besondere für die Politik. Dies wird zur Folge haben, dass sich diese Entwicklung noch weiter fortsetzt und man noch häufiger über einen Anstieg dieses ganz speziellen Suchtproblems überrascht sein kann. Die Versuche die man bislang unternommen hat sind allesamt fehlgeschlagen, auch dies belegt der aktuelle Bericht.

Kurze kämpfen mit Kurzen gegen die Angst

In der heutigen Zeit, die unter anderem auch von einer immer stärker anwachsenden Kinderarmut geprägt ist, können Kinder und Jugendliche schon Zukunftsangst bekommen. Ein immer stärker werdender Leistungsdruck, den viele der Betroffenen zwangsweise im eigenen Elternhaus erleben, kommt dann noch oben drauf. Natürlich belasten solche Zustände Heranwachsende ungemein. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass sich das Familienbild in Deutschland gänzlich verändert hat und in vielen Familien auch einfach nicht mehr so viel Zeit für die Kinder da ist, da zum Beispiel die Eltern mehr arbeiten müssen, um einen gewissen Lebensstandard zu erhalten. Mit wem sollen die Kinder dann reden? Pädagogen fallen hier auch meistens aus, da auch sie aus den verschiedensten Gründen vielfach mehr als überlastet mit ihrem Job sind. Dies alles bedeutet am Ende des Tages bekämpfen die Kurzen ihre Angst eben mit Alkohol und desto hochprozentiger, desto besser. So verlassen sie diese Welt, vor der sie solche Angst haben. Das neue Ziel Koma zeigt vor allem auch, wie verzweifelt sie sind und man sollte dieses Warnsignal des Verabschiedens von dieser Welt auch als verantwortungsbewusster Staat sehr ernst nehmen.

Die Politik, die auch Deutschland in die Tiefen der Weltwirtschaftskrise mitgerissen hat, muss sich ändern. Kinderarmut in einem Land wie Deutschland dürfte es gar nicht geben. Das keine Zeit für die Kinder mehr da ist, da Eltern mehr als einen Job benötigen um zu überleben, dürfte hier ebenfalls nicht vorkommen. Der Druck den viele Arbeiter und Angestellte Tag ein Tag aus spüren, ist ein weiterer Faktor der sich auch negativ auf die unbeschwerte Kindheit der Jüngsten in unserer Gesellschaft auswirkt. All dies sind Punkte, auf die man mit sozialer Politik nachhaltige reagieren könnte. Da aber auch nachdem massiven Crash in dem Deutschland nun steckt, keine Änderung der Profitgier zu erwarten ist, wird sich dieses Problem natürlich gerade auch in schlechten Zeiten noch massiv ausweiten. Immer mehr Erwachsene haben schon ein Problem damit in der heutigen, immer unsozialer werdenden Welt zu bestehen und da wundert man sich, warum die Kinder nicht klar kommen und in den Alkohol flüchten? Wer diesen Kontext nicht versteht ist entweder maßlos dumm oder an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

Auch weitere Verbote werden nicht helfen

Wir erinnern uns alle noch gut daran, als in Deutschland die so genannten Alkopops vom Markt verschwanden, weil man sie mit einer Art Strafsteuer belegte und sie somit am deutschen Markt unrentabel wurden. Die aktuellen Zahlen belegen, dass auch dieses Verbot zu nichts geführt hat. Aus solchen Fehlern zu lernen ist aber scheinbar zu viel für deutsche Politiker, denn man fährt den Verbotskurs weiter. Nun werden in Deutschland immer mehr Zonen eingeführt, in denen man zu gewissen Zeiten keinen Alkohol in der Öffentlichkeit konsumieren darf. Experten weisen jetzt schon daraufhin, dass auch dieses Verbot nichts bringen wird. Bei all dem geht völlig unter, dass die meisten betroffenen Kinder und Jugendlichen allein auf Grund der Altersbegrenzungen für Alkohol, die es in diesem Land gibt, schon illegal trinken und auch dies ändert nichts an der Situation, die der Drogen-und Suchtbericht, den Sabine Bätzing (SPD) am 04. Mai präsentierte, schildert. Bei allen menschlichen Schicksalen die dahinterstecken, muss man natürlich auch den Kostenfaktor mit in Betracht ziehen, der durch die oftmals notwendigen ärztlichen Behandlungen aber auch durch die Folgeschäden entsteht. Auch dies scheint in der Politik niemanden groß zu interessieren und im Notfall erhöht man einfach noch ein paar Mal die Krankenkassenbeiträge. Was für eine zynische Lösung für ein solches Problem.

Man hat sich in Deutschland auf einen falschen Weg begeben in der die Wirtschaft in der Wertigkeit vor dem Menschen rangiert. Es ist eine Welt die darauf ausgerichtet ist, dass Geld immer das wichtigste ist. Nun spüren wir nicht nur durch die Weltwirtschaftskrise, sondern eben auch durch die hier behandelten Faktoren die Kehrseite dieser auf Profitgier ausgerichteten Politik. Man sollte aus solchen Faktoren lernen und sie nicht einfach auch weiterhin ignorieren oder mit nutzlosen Verboten auf sie reagieren. Denn all die Verbote verfehlen nicht nur die Zielgruppe die man treffen will, sondern meistens treffen sie auch noch viele Unbeteiligte und somit führt dies zu immer mehr Staat und immer weniger Freiheit. Genau diese Richtung sollte allerdings in einer Demokratie nicht eingeschlagen werden. Denn es ist absurd, dass der Staat seine Bürger letztendlich für die Fehler bestraft, die er selber durch verfehlte Politik hat entstehen lassen. So kann und muss man festhalten, dass die Ursache eigentlich in der Hauptsache weder bei den Eltern, noch bei den Alkoholproduzenten und schon Mal gar nicht bei den Kindern und Jugendlichen liegt, die Ursache ist in einer völlig verkehrten Politik zu suchen und auch dort sollte man mit der Lösung des Problems beginnen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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