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Die Wahrheit des Wortes

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Abschied vom Planet der Affen

3. September 2008

Wenn man sich auf diesem unseren Planten so umschaut, kann man zum Teil schon zu der Erkenntnis gelangen, dass man wohl auf dem Planet der Affen lebt. Denn das Verhalten auf dieser Erde mutet doch oftmals an, als sei auch der Mensch nur ein Tier und die viel gelobten Fakten, die diese Spezies Mensch von der Tierwelt unterscheiden sollen, sucht man vergeblich. Wenn man nun bildlich gesehen davon ausgeht in einem Affenhaus zu leben und die Menschen nur Affen sind, stellt sich natürlich die Frage, warum dem so ist? Woher die Probleme in unserer Gesellschaft kommen? Warum wir die Fähigkeiten, die uns angeblich so besonders machen, nicht besser nutzen?

Ein Titan tritt ab

Es gibt ein einfaches Beispiel an dem man einige Fragen klären kann. Nehmen wir aus aktuellen Anlass Oliver Kahn, der so oft gelobte Torhütertitan und Vorbild so vieler. Gestern wurde der Torhüter des FC Bayern München offiziell verabschiedet. Dies geschah standesgemäß mit einem Abschiedsspiel, einer Fußballgala. Da es sich bei solchen Veranstaltungen um eine reine Schauveranstaltung handelt, muss man auf die Inhalte des Spiels auch nicht weiter eingehen. Man steht allerdings auch direkt vor der nächsten Frage, ist der Fußball oder viel mehr nicht der größte Teil des Sports, nur noch eine kommerzielle Schauveranstaltung? Die Olympischen Spiele in Peking sind gerade erst zu Ende gegangen und sie waren der beste Beweis dafür, dass Schau, Kommerz und Profit die Agenda auch im Sport bestimmen. Im Fußball zeichnet sich diese Entwicklung schon seit längerer Zeit ab und damit die Schau noch größer wird, hat man die Profiliga in diesem Jahr noch um eine weitere Spielklasse erweitert.

Jede gute Schau braucht ihre Protagonisten, ihre Helden. Im Falle des Profifußballs muss man Oliver Kahn ganz klar zu einen dieser zählen. Aber was zeichnet diese Menschen wirklich aus. Oliver Kahn hat in seiner Laufbahn so gut wie alle Titel gewonnen, die man gewinnen kann. Da wird es natürlich schon wieder spannend, denn eigentlich hat nicht er die Titel gewonnen, sondern das Team. Er selbst wurde mit jedem Erfolg mehr und mehr nach oben gelobt und somit immer unfehlbarer. Ein Phänomen unserer heutigen Medienlandschaft. Denn Oliver Kahn ist und war in seiner Karriere durchaus unumstritten. Er zeigte allzu oft seine aggressive Seite. Er bis Menschen ins Ohr, er schuppste, stieß und schlug. Richtig, dieses Verhalten kennt man aus der Tierwelt. Nicht umsonst flogen bei seinen Spielen immer wieder Bananen in seine Richtung oder das Publikum zollte seinem Auftreten mit Affenlauten Tribut. All dies konnte den Aufstieg des Titans aber nicht schmälern oder gar verhindern.

Die Sache mit der Vorbildfunktion

Man kann davon ausgehen, dass in jeder Schülermannschaft ein solches Verhalten, wie es Oliver Kahn immer wieder an den Tag legte, zu ordentlich Ärger geführt hätte. In Fall von Oliver Kahn war dem nicht so. Selbst seine immer wieder auftretenden Aussetzer im Kontext zu seinen sportlichen Leistungen, bremsten ihn auf seinem Weg nicht aus. Das ist der Vorteil eines Schaustars gegenüber einem reinen und puren Sportler, der nur an seiner Leistung und an nichts anderem gemessen wird. Jetzt liegt es in der Natur der Sache, dass Menschen wie Oliver Kahn zu Vorbildern avancieren und somit natürlich auch eine Vorbildfunktion in unserer Gesellschaft haben. Dies ist auch eine Seite der Medaille, derer man sich in diesem Geschäft immer bewusst sein sollte. An dieser Stelle scheint es allerdings oft genug einen Mangel an Verantwortungsbewusstsein zu geben. Denn, was wird aus einer Gesellschaft deren Vorbilder mit Aggression und Unvermögen auch noch Erfolg haben.

Natürlich geht es nicht darum, dass Oliver Kahn nun für all die schlechten Entwicklungen in dieser Gesellschaft zur Verantwortung gezogen werden kann oder soll. Letztendlich muss man auch festhalten, dass auch er nur ein Rad, ein Schräubchen in einem riesigen System ist. Fakt ist aber auch er spielt seine Rolle und das auf höchstem Niveau und damit trägt er letztendlich auch Verantwortung für all das was er tut, wie es jeder andere Mensch auch tut oder tun sollte. Nur auf Grund seiner speziellen Rolle ist diese Verantwortung gegenüber der Gesellschaft noch ein Mal höher, als sie es bei vielen anderen `normalen` Menschen ist. Oliver Kahn tritt nun von der großen Bühne ab, er wird nicht verschwinden, er wird nur aus dem Rampenlicht treten. Was allerdings auch fest steht ist, dass im weitere Protagonisten folgen werden und schon bald seinen Platz einnehmen werden. So lange sich in diesem Spiel nichts ändert, hat wohl der Vergleich von der Erde und dem Affenhaus Bestand.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Sport · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Der BALLacker » Die Arroganz im fernen Kasachstan // 13. Okt 2010 at 10:28

    [...] erwähnten Fehlpässen etc., doch eher anzweifeln. Aber dort hat man schließlich auch Oliver Kahn als Experten, was sich selbst erklärt. Somit endete die EM-Qualifikation für dieses Jahr [...]

Schreib was dazu