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Die Wahrheit des Wortes

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911 – Vor acht Jahren veränderte sich die Welt

11. September 2009

Heute genau vor acht Jahren, am 11. September 2001 sollte plötzlich nichts mehr so sein, wie es noch zuvor war. Zwei entführte Passagiermaschinen rasten an diesem Tag in das World Trade Center (WTC) und die Zwillingstürme stürzten ein. Weitere, ebenfalls entführte Maschinen trafen das Pentagon bzw. stürzten in Shanksville ab. Bei dieser unvorstellbaren Katastrophe kamen damals über 3.000 Menschen um. Dieser Tag sollte den Beginn eines neuen Krieges markieren, der nun schon seit acht Jahren auf dieser Erde tobt. Es war der Beginn des Krieges gegen den Terror. Nun acht Jahre später haben die USA mit Barack Obama einen neuen Präsidenten. Der Irak gilt als weitestgehend befriedet und in Afghanistan redet man auch immer öfters über eine völlige Eigenständigkeit ganz ohne Schutztruppen. Man könnte nun meinen, dass auch dieser große Konflikt, der die Nachfolge des Kalten Krieges angetreten hat, sich langsam auf eine Lösung zu bewegt. Ein weiterer großer Sieg für die Weltmacht USA?

Die Schlüsselfigur im Kampf gegen den Terror

George W. Bush war wohl die Schlüsselfigur im Kampf gegen den internationalen Terror und er machte sich mit diesem Posten auch direkt zu einem der unbeliebtesten Menschen auf diesem Planeten. Ganz anders sieht es da mit seinem Nachfolger dem 44. Präsidenten der USA Barack Obama aus, er gilt bei vielen als so etwas wie ein Friedensengel. Oftmals wird dabei natürlich vergessen, dass er nach den blutigen Zeiten kam und nun natürlich ernten kann, da die blutige Vorarbeit geleistet ist. Die Frage wird sein, wie diese Ernte ausfällt und ob sie den ersten schwarzen Präsidenten der USA nicht vor ganz neue Probleme stellen wird. Nehmen wir den Irak, diese Mission erklärte schon George W. Bush als erfolgreich abgeschlossen und mittlerweile versucht man sogar wieder von so etwas wie Normalität zu sprechen. Die Normalität im Irak ist allerdings bis zum heutigen Tag eine äußerst blutige, die noch immer von Selbstmordattentate und vielen unschuldigen Opfern geprägt ist. Außerdem ist Vetternwirtschaft und Korruption auch noch ein massives Problem. Man sieht eindeutig, will man das Land nicht wieder in alte Zustände verfallen lassen, hat auch Barack Obama hier noch viel zu tun.

Nehmen wir den Afghanistankonflikt, der immer mehr zur Mission AfPak wird, denn das Problem ist nicht nur Afghanistan, sondern auch das Nachbarland Pakistan. Auch hier kann man die Lage nicht gerade als stabil einstufen und immerhin reden wir hier von einer Atommacht und Atomwaffen in den Händen von Terroristen, wäre ein Horrorszenario, welches sich niemand wirklich ausmalen mag. Auch in Afghanistan besteht ein massives Problem mit Vetternwirtschaft und Korruption und man hat es gerade auch durch die Stammesfürsten noch einmal mit einer etwas anderen Lage als im Irak zu tun. In diesem bedrohlichen Konflikt wirkt die Handlungsweise Obamas oftmals etwas, wie die von Oskar Lafontaine (Die Linke), auch hier geht es scheinbar hauptsächlich um eine Neustrukturierung der Vorgehensweise und um den Abzug von Truppen. Allerdings scheint offenbar ein schlüssiger Plan zu fehlen, wie es dann weitergehen soll und genau das ist auch Lafontaines (Die Linke ) Problem. Denn die Frontlinien verlaufen schon lange nicht mehr zwischen Ost und West, sondern zwischen der so genannten freien Welt und den Terroristen. Diesem neuen Gefahrenpotenzial kann man allerdings mit den alten Denkweisen nicht mehr entgegentreten, genau dies hat die jüngste Vergangenheit bewiesen. Dies hat übrigens auch ein Obama begriffen und die Zahl der US-Streitkräfte noch einmal vergrößert.

Wie schütze ich mein Land?

Würde man nun kurzfristig oder auch mittelfristig die Truppen in Afghanistan abziehen, würde dies erst einmal die Lage eines Obamas als Friedensbringer verbessern. All die Menschen, die sich so stark gegen George W. Bush gemacht haben, würden sich als Sieger fühlen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass Afghanistan schnell wieder zu einer noch größeren Brutstätte des internationalen Terrors würde und dann wäre es wohl nur eine Frage der Zeit bis sich so etwas wie 911 wiederholt. Es ist die Frage, ob die Anti-Bush-Aktivisten von Pink bis Bono Vox dann auch eingestehen würden, dass dies ein legitimer Preis sei. Genau mit dieser Frage müsste sich dann auch ein Barack Obama beschäftigen und er müsste sich die Frage gefallen lassen, ob er ausreichend für den Schutz der Bevölkerung gesorgt hätte. Wir erinnern uns alle noch an die US-Flaggen, die an sehr vielen Häusern hingen und sollten nicht vergessen, dass viele Menschen die Schläge gegen den Irak und Afghanistan lange Zeit unterstützten aber irgendwann fühlte man sich in seinem eigenen Land wieder halbwegs sicher und stellte so auch diese Kriege oder Krisen mehr und mehr in Frage. Die Welt hat vor acht Jahren einen neuen Weg eingeschlagen, von dem noch niemand sicher sagen kann, wo dieser die Menschheit hinführen wird und somit gibt es wohl auch kaum schlüssige und pauschale Antworten in diesem Kontext.

Bei allem darf man auch nicht völlig ausblenden, dass sich bis zum heutigen Tag hartnäckige Nachrichten halten, dass 911 so oder so gar nichts mit islamistischen Terror zu tun gehabt haben soll. Dies würde dann natürlich auch noch einmal ein ganz anderes Licht auf die Konflikte von Afghanistan bis in den Irak werfen. Aber auch wenn man dieser These Glauben schenken mag und damit letztendlich behauptet, dass vor allem eine ganze Religionsgemeinschaft mit vollem Kalkül diskredediert worden wäre, bleibt der Fakt, dass sich die Welt dabei ist neu zu ordnen. Diese Neuordnung bezieht sich übrigens nicht nur auf religiöse oder territoriale Fragen, sondern vor allem auch auf ökonomische Fakten. Denn gerade auch im Irakkrieg spielten ökonomische Faktoren eine große Rolle. Hiermit wären wir bei einer weiteren Veränderung ,die seit acht Jahren viele Sachverhalte auf dieser Welt in einen neuen Kontext gestellt hat. Waren es früher zu Zeiten des Kalten Krieges noch vielfach territoriale oder ideologische Gründe die zu großen Spannungen bis an den Rande des Dritten Weltkrieges geführt haben, spielt nun immer mehr die Wirtschaft eine große Rolle. Denn die Wirtschaft scheint vor allem auch im vermeintlichen Goldenen Westen immer mehr die treibende Kraft zu werden und dies sogar auch in der Politik. Wo uns alle diese neuen Wege hinführen werden, was man am Ende des Tages von einem Barack Obama wirklich halten kann und viele andere Aspekte sind im Moment noch nicht einmal im Ansatz einschätzbar und acht Jahre sind mit Sicherheit zu wenig, um den wirklichen, letztendlichen geschichtlichen Kontext von 911 zu beurteilen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Robert // 17. Sep 2009 at 00:08

    Fair schreiben also?

    Wie sieht es denn dann mit der Vorgeschichte insbesondere in den erwaehnten Beispielen Afghanistan und Irak aus?

    Dass der allgemein als grosse Gefahr vorgehaltene Terrorismus nicht von dort stammt sondern dort erst einmal gezuechtet wurde? Gerade von denen, die jetzt so selbstgerecht gegen diesen Terrorismus in den Krieg ziehen?

    Osama wie auch Sadam sind vom Westen (direkter ausgedrueckt von den USA) geschulte und eingesetzte Figuren die man inzwischen unter einer altbekannten Rubrik einstufen koennte: Es schien eine gute Idee zu dieser Zeit.
    Eingesetzt um den damaligen bitterboesen Feinden des Westens etwas entgegenzusetzen was nicht gerade die eigenen Leute sein sollten.

    Osama war, man sollte es fairerweise nicht vergessen, ein Freiheitskaempfer, der erst dann zum Boesewicht wurde, als man ihn und seine freiheitsliebenden Mitstreiter hat fallen lassen und er sich, nun ja, fallen gelassen fuehlte.

    Und der Irak war eine weitere Taktik um etwas gegen den Iran unternehmen zu koennen, nachdem der dortige von den USA eingestezte “tolle Typ” von seinen, leider religioesen Untertanen verjagt wurde.

    Und New York 2001… Da hat vor 70 Jahren mal einer gesagt: ” Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen.”

    Das war, nachdem der Reichstag brannte und der Kongress alle Macht Einem uebergab. Klingt das irgendwie vertraut? Falls nicht; was machte der amerikanische Kongress in Folge des 9/11?

Schreib was dazu