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Die Wahrheit des Wortes

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Schweinegrippe? Hauptsache Angst!

26. Oktober 2009

Heute beginnen bundesweit die Impfungen gegen die Schweinegrippe. Wer allerdings meint, man könne nun einfach so zum Arzt gehen und sich gegen das Virus impfen lassen, liegt falsch. Auch dies dürfte allerdings kein schwerwiegendes Problem darstellen, da sich in Deutschland im Moment so oder so nur eine kleine Minderheit impfen lassen will. Man darf aber auch davon ausgehen, dass sich diese Situation jeden Augenblick schlagartig verändern kann. Genau hier ist der Knackpunkt in diesem Kontext, denn scheinbar gibt es bis zum heutigen Tag sehr viele offene Fragen, die scheinbar ganz bewusst oder aber eben aus Überforderung mit der Situation, noch nicht ausgiebig behandelt wurden. Was wohl nur feststeht ist, dass die Bevölkerung stetiger Angst ausgesetzt wird. Zu erst war es die Angst vor dem Erreger H1N1 selbst und mittlerweile ist es die Angst gegenüber dem bzw. den Impfstoffen.

Wenn die Angst regiert

Wir erinnern uns alle noch gut an den Beginn der Schweinegrippe, damals waren viele Fragen offen, gerade auch im Kontext der Gefährlichkeit dieses Erregers, da er sich doch in verschieden Ländern unterschiedlich ausbreitete. Hierbei geht es natürlich nicht nur um den Erreger, sondern eben auch immer um die Frage, wie gut die verschiedenen Länder vom Gesundheitssystem her mit einer solchen Sachlage umgehen können. Es dauerte nicht sehr lange bis die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pandemie ausrief und Pandemiepläne in Gang setzte. Schon einige Zeit später hörte man dort auf die Opferstatistik, im bisher bekannten Kontext, fortzuführen. Da zu diesem Zeitpunkt ein ausreichender Impfstoff noch nicht vorhanden war, machte sich natürlich auch in vielen Teilen der Gesellschaft Angst breit. Viele Menschen fühlten sich diesem, zum Teil als apokalyptisch präsentierten, Erreger einfach schutzlos ausgesetzt. Schon zu diesem Zeitpunkt kamen erste Theorien auf, ob es sich um einen großen Schachzug der mächtigen Pharmaindustrie handeln könnte, die im Moment wohl am meisten profitiert oder ob es nicht ganz zufällig kam, dass diese Form der Grippe genau zur Weltwirtschaftskrise aufkam und so natürlich von dieser hervorragend ablenkt.

Es scheint als müsste man festhalten, egal wie diese Sachverhalte auch in den Medien dargestellt wurde, blieb erst einmal die pure Angst. Diese Angst nahm allerdings ab, als sich in Europa und vor allem auch in Deutschland  herausstellte, dass der Erreger scheinbar nicht so aggressiv sei, wie man es am Anfang noch dargestellt hatte. In diesem Kontext wurde dann die allgemeine Notwendigkeit der Impfungen immer mehr in Frage gestellt und schon bald wurde an dieser Front die Angst noch gesteigert, in dem man viele, zum Teil auch sehr unnötige, Nachrichten verbreitete, wie zum Beispiel die, dass die drei in Europa zugelassenen Impfstoffe verschiedenen Personengruppen zur Verfügung stehen sollten. Spätestens in diesem Kontext kommt die Frage auf, ob man nicht besser hätte anders berichten sollen oder ob man vielleicht gezielt diese Art der Kommunikation gewählt hat, um den Angstpegel möglichst hoch zu halten. Denn diese Angst lenkt natürlich , wie bereits erwähnt, auch hervorragend von anderen wichtigen Themen ab. Ablenkung von Themen, wie dem der Weltwirtschaftskrise oder der politischen Neuorientierung in Deutschland, könnte natürlich auch durchaus gewollt sein.

Viele Fragen und immer neue Antworten

Mit Spannung kann man auch verfolgen, wie sich Nachrichten verändern. So verschiebt sich der Termin für den Impfstart für normale Menschen immer weiter nach hinten. War am Anfang noch der September im Gespräch, gerade auch um für die anstehende Rückreisewelle aus den Herbstferien bestens vorbereitet zu sein, spielen die Herbstferien und die damit verbundenen Reisebewegungen in der aktuellen Nachrichtenlage nur noch eine sekundäre Rolle. Als nächstes sprach man vom heutigen Tag, als Starttermin für die Massenimpfungen, was soweit auch stimmt, nur das nun nicht mehr die Rede von der breiten Masse ist, sondern nur von so genannten Schlüsselpersonen, wie zum Beispiel Krankenhausmitarbeiter oder auch Feuerwehrleuten und Polizisten. Die breite Masse soll dann erst im November folgen, womit sich für diese Gruppe der Termin abermals nach hinten verschoben hat. Ebenfalls offen scheint noch immer die Frage zu sein, wie viele Impfungen man pro Patient benötigt, was sich natürlich auch noch einmal auf die Verfügbarkeit des Impfstoffes auswirken könnte. So hat in den USA der Präsident Barack Obama gerade erst den Notstand ausgerufen, während parallel dazu ein Mangel an Impfstoffen ausgebrochen ist. Auch dieses Szenario kann man wohl für Deutschland nicht gänzlich ausschließen.

Natürlich kommt auch hier in der Politik einiges zum tragen, denn es bleibt auch offen, ob man mit der ganzen Impfhysterie nicht auch noch einmal die Wirtschaft ankurbeln wollte und nun, wo scheinbar ein großer Teil des Einkaufs getätigt ist, die Hysterie wieder zurückgenommen wird bzw. in eine Angst gegen den Impfstoff gewandelt wird. Fakt scheint nur zu sein, dass man versucht die Angst gezielt auf einem hohen Level zu halten. Eine Folge ist nun, dass sich immer weniger Menschen überhaupt noch impfen lassen wollen und dies könnte im Notfall noch zu massiven Problemen führen, denn sollte es in Deutschland tatsächlich noch eine große Epidemie geben, würde, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, auch die Impfnachfrage sprunghaft ansteigen. An diesem Punkt käme dann natürlich auch wieder die Frage auf, in wieweit ausreichende infrastrukturelle Maßnahmen getroffen worden sind, um diesem Ansturm dann auch gerecht zu werden. An dieser Stelle könnte sich die nun herrschende Hysterie gegen die Impfung noch als ein sehr großes Problem darstellen und wie bereits beschrieben, kann sich dann auch die neue Bundesregierung, die in dieser Woche noch ihre Geschäfte aufnehmen soll, nicht darauf berufen, dass alle eventuell auftretenden Probleme auf das Konto der Vorgängerregierung gehen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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