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Die Wahrheit des Wortes

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26 Tote während Super Tuesday in den USA

6. Februar 2008

Die Frage, die sich bei dieser Überschrift stellt, ist was sie suggeriert. Man könnte zum Beispiel annehmen, es hätte Ausschreitungen beim `Super Tuesday` in den USA gegeben. Allerdings starben diese 26 Menschen bei Tornados, die am gestrigen Tag über Teile von Arkansas, Tennessee, Kentucky und Mississippi zogen. Somit gibt es natürlich keinen direkten Kontext, zwischen dem Tod dieser Menschen und den US-Vorwahlen. Die Schlagzeile wählte ich, um zu zeigen, wie man mit inhaltlich richtigen Aussagen, Manipulation betreiben kann. Man muss nicht die Unwahrheit sagen oder ähnliches, oftmals reicht es aus, Fakten anders zu kombinieren oder wegzulassen. Ich habe das Gefühl, dass dies auch wieder die Berichterstattung über den `Super Tuesday` im deutschen Fernsehen überschattete.

Ein Einparteiensystem?

Von der Verhältnismäßigkeit der Berichterstattung her, könnte man fast glauben, dass es in den USA nur eine Partei gibt und sich der Wahlkampf nur auf Barack Obama und Hillary Clinton bezieht. Man muss ein Mal festhalten, dass wir uns zur Zeit, in den USA, in den Vorwahlkämpfen befinden und gerade Mal die Kandidaten, für den eigentlich Wahlkampf ums Weiße Haus bestimmt werden. In diesem, noch folgendem eigentlichen Wahlkampf, wird dann bestimmt, ob ein Demokrat oder ein Republikaner dort einzieht. Man erlangt bei der heutigen Betrachtung der Medien schnell das Gefühl, dass es eine ganz einfache Formel für all das gibt. Republikaner = George W. Bush = schlimmste Politik. Hierzu gibt es zwei Dinge die festzuhalten sind. Zum einen, dass es auch bei den Republikaner, mit John McCain, jemanden gibt, der für Veränderungen in der Politik steht und zum zweiten, dass sehr viele Bushs Kurs der letzten Jahre mitgetragen haben, auch in Deutschland.

Die Frage, auch an die Medien, muss erlaubt sein, wenn George W. Bush so schlecht war, wie konnte er es so lange im Amt schaffen? Wenn die republikanische Politik so schlecht war, wie so wurde sie vielfach von gleich zwei deutschen Regierungen gestützt? Aber vor allem halte ich es ein Mal mehr für nicht unabhängig, die Republikaner jetzt in der Berichterstattung so stiefmütterlich zu behandeln. Denn, wie es zur Stunde aussieht, sind diese immerhin näher daran, einen Kandidaten zu finden, als die Demokraten. Dieser Fakt könnte allerdings noch ein entscheidender werden, denn wie Thomas Kleine-Brockhoff vom German Marshall Fund of the United States (GMF) heute feststellte, siegten in 80 Prozent der Fälle die Kandidaten, die als erstes gekürt waren. Aber auch die deutsche Regierung scheint sich mehr offen zu halten, als die Medien, was natürlich sehr lobenswert ist. So antwortete heute Morgen der Koordinator für deutsch-amerikanische Beziehungen, Karsten Voigt (SPD), das er John McCain als einen verlässlichen Partner einstuft, auch wenn ihm als Sozialdemokrat natürlich Clinton oder Obama erst Mal näher seien.

Nicht ganz so super

Im Moment hat es den Anschein, als kristallisiere sich bei den Republikanern mehr und mehr John McCain raus. Gerne stellt man im deutschen Fernsehen die Frage, ob er mit 71 Jahren nicht zu alt für das Präsidentenamt sei. Erstaunlich, dass ich mich an diese Frage nicht im Kontext der letzten Papstwahl erinnere. Oder wo war da die Frage, ob ein Jahrgang 1927 das richtige Alter hat, um die Christen der Welt zu führen. Bei den Demokraten muss man zur Stunde davon ausgehen, dass Hillary Clinton die Siegerin des `Super Tuesday` war und es somit nicht ganz so super für Obama lief. Alles in allem wurde einem für diesen Tag, an dem 24 von 50 Bundesstaaten gewählt haben, mehr versprochen, als nachher heraus kam. Kaum waren die Wahllokale zu, kursierten weitere, ganz wichtige Vorwahltermine, wie zum Beispiel der 4. März, der übrigens auch ein Dienstag ist, durch die Medien. An diesem Tag wird dann in Ohio und Texas gewählt.

Warten wir es doch einfach ab, bis spätestens im Spätsommer alle beiden Kandidaten gekürt sind und dann der eigentlich Wahlkampf beginnt und zwar nicht innerhalb einer Partei, sondern zwischen Republikaner und Demokraten. Dann sollten wir abwarten, wer tatsächlich der nächste Präsident der USA wird und wie wir damit klar kommen. Dies wäre dann wohl wirklich unabhängig und fair.

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Kategorie: Medien · Politik

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