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Die Wahrheit des Wortes

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2011 keine Erderwärmung?

7. Juni 2011

Fällt eigentlich irgendwem auf, wie heiß und trocken es schon seit Wochen ist? Natürlich dürfte dies mittlerweile jedem aufgefallen sein. Es kommt allerdings die Frage auf, warum bislang in diesem Jahr die Erderwärmung noch kein riesiges Thema war. Bislang reichten zwei heiße Sommerwochen aus und man konnte in den Medien sämtliche Horrorszenarien, die die globale Erderwärmung mit sich bringt, verfolgen. In diesem Jahr scheint es allerdings etwas anders auszusehen und man fragt sich, wo der Unterschied zu den letzten Jahren liegen könnte und ob es vielleicht gar keine Überraschung ist, dass man diesen Bereich des Klimawandels aktuell kaum breit diskutieren möchte. Schnell fällt einem natürlich die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima ein, wo man seit Monaten mit einem Super-GAU zu kämpfen hat, der auch in Deutschland zu einer gravierenden Diskussion im Kontext der Energiewirtschaft geführt hat. Im Laufe dieser Diskussion wurde bislang vor allem auch eines deutlich, wenn man sich nun früher als geplant von den Atomkraftwerken verabschieden möchte, um auch weiterhin in der Wählergunst vorne zu liegen, puscht dies nicht die erneuerbaren Energien, sondern vor allem wieder die Kohle. Genau hier müsste nun die Diskussion zum Thema Klimawandel einsetzen. Das dies nicht geschieht, zeigt wie groß die momentane Zwickmühle wirklich zu sein scheint.

Kann Kohle wirklich umweltfreundlich sein?
Scheinbar muss man diese Frage bejahen, denn ansonsten hätten die Grünen spätestens bei der Zustimmung zum Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg ihre Ideale verkauft. Realistisch betrachtet, muss man natürlich festhalten, dass Kohlekraftwerke in Deutschland nach heutigen Standards nicht mit den Dreckschleudern vergangener Jahrzehnte vergleichbar sind aber gleich von umweltfreundlich zu sprechen, darf man doch wohl auch als übertrieben einstufen. Man muss natürlich auch bedenken, dass immer mehr Energie benötigt wird, was die benötigte Menge natürlich wieder erhöht und das Problem so weiter vergrößert wird. Denn den Weg des Verzichts wird wohl so gut wie niemand gehen wollen. So sieht man, dass man wohl gerade miterleben kann, wie man sich für das vermeintlich kleinere Übel entscheidet. Lieber ein paar Grad mehr auf dem Planeten, als immer wieder Katastrophen, wie in Tschernobyl oder Fukushima. Man hat die Energiewende verschlafen und auch das steht fest und wenn man sich die Arbeit der Lobbyisten oder auch die der Rechtsabteilungen im Bereich der Energiewirtschaft ansieht, weiß man auch warum. Man darf diese übermäßige Verknüpfung von Wirtschaft und Politik einfach nicht unterschätzen. Was man aktuell auch im Kontext der Benzinpreise erleben darf. Natürlich ist es nicht im Sinne des Staates, dass zum Beispiel hier die Preise massiv sinken, denn damit würden dem Staat Milliarden Euros an Steuern entgehen, auch dies ist ein Fakt, der aufzeigt, warum es so läuft, wie es läuft.

Aber man erkennt an dem Mangel einer angepassten Klimadiskussion, die dem aktuellen Wetterextrem geschuldet wäre, welches man in Deutschland in den letzten Wochen und Monaten verfolgen kann, noch etwas ganz deutlich. Es geht um die fehlende Unabhängigkeit in der heutigen Medienlandschaft. Denn man fragt sich schon, wo plötzlich all die Wetterexperten und Klimaforscher hin sind, die Sommer für Sommer, aber natürlich auch im Winter, nervten, da sie bei kleinsten Schwankungen schon den Weltuntergang aufzeichneten, wie man oftmals das Gefühl bekommen konnte. Jetzt, wo sich der extreme Sommer scheinbar direkt an den ebenso extremen Winter anschloss und es so etwas, wie ein Frühjahr fast gar nicht gab, ist die große Stille ausgebrochen. Es gibt kaum eine andere Erklärung für dieses Phänomen, als dass auch auf dieser Ebene Kapital und Lobbyismus eine sehr große Rolle spielen. Dies spricht dann natürlich weder für die Unabhängigkeit der Wissenschaft, die man in Zeiten von Plagiatsaffären gerne so hoch hängt, noch spricht es für sonderlich unabhängigen Medien, die in einer freiheitlichen Demokratie so wichtig wären. Man fühlt sich in solchen Situationen immer wieder an das Fähnchen im Wind erinnert und die Wirtschaft gibt vor, woher der Wind gerade bläst. Denn entweder die Erderwärmung war tatsächlich ein Thema, dann sollte sie es jetzt umso mehr sein oder sie war nie ein tatsächliches Thema, sondern sollte nur einer gewissen Entwicklung in der globalen Energiewirtschaft dienen. Hier wird es dann richtig schwer, sich für ein kleineres Übel zu entscheiden.

Muss immer mehr Mobilität sein?
Das Thema Mobilität ist auch ein ganz großes, wenn es um das Thema Ressourcen geht. Denn gerade auch die Politik verlangt nach immer mehr Mobilität, was natürlich für mehr Energieverbrauch spricht. Es geht dabei nicht um die Frage, ob man am Wochenende nicht auch das Auto stehen lassen könnte und mit dem Fahrrad zum Markt fahren könnte, sondern viel mehr um die Frage, wieweit immer mehr Arbeitnehmer pendeln müssen, um ihren Beruf ausüben zu können und dies ist im Sinne heutiger Arbeitsmarktpolitik durchaus so gewollt. An dieser Stelle spielen dann natürlich Bus und Bahn wieder eine große Rolle, wobei der ÖPNV oftmals, von der Pünktlichkeit begonnen bis zur Sauberkeit, eigentlich nur dazu einlädt andere Fortbewegungsmittel zu nutzen. Ein weitere Punkt sind die Elektroautos, wobei hier auch die Realität der Technik und die Ansprüche des Arbeitsmarktes allein schon nicht übereinstimmen, denn ein Radius von 150 Kilometern entspricht wohl kaum den grundsätzlichen Gedanken heutiger Mobilität. Und man muss auch immer beachten, wie gewinnt man den Strom für solche Autos, über Kohle oder gar wieder über Atomreaktoren? Auch hier sieht man wieder sehr schön, wie große Pläne wieder nicht bis zum Ende durchdacht wurden, was am Ende des Tages wieder einmal nur der Sache im Ganzen schadet, anstatt hier wirklich umwelttechnisch durchdacht zu handeln. Allein schon im Bereich ÖPNV könnte man soviel tun, dass sich die Kunden wohler fühlen, diesen häufiger nutzen und zu mindestens so ein wenig Energie gespart würde.

Mehr Teilnehmer am ÖPNV würde natürlich auch wieder weniger Absatz im Bereich des Automobilbaus bedeuten. Eine Horrorvorstellung in einem Land, wie Deutschland, wo man doch auch für diesen Wirtschaftszweig über Konjunkturpakete soviel getan hat. Sollte man hier verzichten, würde es wieder unzählige Arbeitsplätze kosten, was natürlich auch nicht im Sinne des Staates und damit im Moment namentlich im Interesse der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sein dürfte, die sich gerade erst wieder äußerst zufrieden mit den aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt zeigte. Man sieht sehr schön, wie komplex auch dieses Thema ist und darf davon ausgehen, dass vielen in der Wirtschaft und der Politik die heutigen Gewinnzahlen und die Wiederwählbarkeit wichtiger sind, als die Entwicklung des Klimas in den nächsten Jahrhunderten. Hier muss man aber auch die Gesellschaft ganz allgemein mit in Betracht ziehen, denn wer will schon seinen Arbeitsplatz verlieren, um damit vielleicht auf ganz lange Sicht das Klima zu schützen. Verzicht ist hier das Zauberwort und die Unfähigkeit diesen zu üben, kann man nicht nur der Politik und der Wirtschaft anhängen, denn über neue Energieformen und den Schutz von Ressourcen zu sprechen, ist die eine Seite, sein ureigenstes Leben mit Verzicht so umzugestalten, dass es der Situation von Tschernobyl bis Fukushima gerecht wird, ist eine ganz andere Seite. An dieser Stelle merkt man auch, dass es ein himmelweiter Unterschied ist von Klimaschutz und Umweltschutz zu reden oder ihn auch ganz bewusst zu leben und hier dürfte der Anteil derer, die dies wirklich wollen, noch einmal signifikant geringer sein.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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