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Die Wahrheit des Wortes

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2010 wieder Zwangsarbeit in Deutschland?

21. Januar 2010

Auch hier ist bekannt, dass der Begriff Zwangsarbeit in Deutschland natürlich belastet ist. Aber es ist auch ein drastisches Thema, um welches es in diesem Artikel gehen wird. Denn scheinbar versucht man tatsächlich eine gewisse Form staatlicher Zwangsarbeit in Deutschland wieder einzuführen. Natürlich ist bei der Form, von der wir hier sprechen, niemand bedroht sein Leben zu verlieren aber doch seine Existenz. Es ist einfach nur erschreckend, dass die Bundesrepublik Deutschland scheinbar mehr Wert darauf legt, dass Menschen Jobs ausüben sollen, die mit der Art ihres Könnens bzw. ihrer Ausbildung oftmals gar nichts zu tun haben, als das sie sich ausreichend um die Binnenkonjunktur kümmert und somit Arbeitsplätze in Deutschland sichert. Das Engagement der Politik müsste übrigens über dies weit hinausgehen und es müsste ein Hauptanliegen sein für ausreichend Jobs in Deutschland zu sorgen. Stattdessen werden hier aber offensichtlich genau gegenteilig Trends gefördert.

Arbeitsplätze folgen den Märkten
Wenn man hemmungslos der Globalisierung hinterher läuft, wie es verschiedensten Kräfte in Deutschland offensichtlich tun, sollte man sich bewusst sein, dass die Produktion und Entwicklung und damit am Ende des Tages natürlich auch die Arbeitsplätze den Absatzmärkten folgen. Dies führt natürlich zu einer Ausdünnung des Arbeitsplatzangebotes in Deutschland, was bis zu einem gewissen Grad auch noch vom negativen Verlauf der Demografie aufgefangen wird. Allerdings muss man sich auch vor Augen halten, dass das Arbeitsplatzangebot halbwegs an den Bildungs-bzw. Ausbildungsstand der Bevölkerung angepasst sein muss. Dies bedeutet, es kann nicht sein, dass irgendwann eine Masse an Jobs für Minderqualifizierte auf eine hohe Zahl bestausgebildeter Akademiker trifft, während sich deren Jobs alle im nahen oder fernen Ausland befinden. Natürlich darf in Deutschland auch keine Bildungswüste entstehen, dass man später nur noch minder ausgebildetes Personal hat und somit Gefahr läuft den absoluten Fachkräftemangel zu erleiden.

Natürlich ist dieser Spagat keine einfache Aufgabe und natürlich wird man dies auch nie zu 100 Prozent für alle Beteiligten aufgelöst bekommen, allerdings muss man Aussagen, wie die des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) scheinbar schon als politischen Amoklauf einstufen. Koch (CDU) fordert in der WirtschaftsWoche, dass alle Hartz-IV-Empfänger arbeiten müssen. Dies wäre letztendlich nur mit einer ähnlichen Regelung, wie sie auch im heutigen Alltag schon vorkommt, zu realisieren. Dies bedeutet, dass wenn man einer Arbeit für die man auch im Ansatz nicht qualifiziert ist, nicht nachkommt werden einem die Gelder gekürzt. Dies wiederum bedeutet im Endeffekt wird einem vom Staat die Lebensgrundlage entzogen und damit wären wir bei der Zwangsarbeit. Ganz am Rande stellt sich übrigens noch die Frage, ob, wenn das der allgemeinen Meinung in der CDU entsprechen sollte, man nicht lieber auf das C im Parteinamen, auf welches man sich ansonsten so gerne bezieht, verzichten sollte. In diesem Kontext ist es auch sehr merkwürdig, dass die Kirchen nicht mehr protestieren, wenn es um solche Gedankenspiele geht aber die Quittung bekommen sie letztendlich jeden Tag durch den Mitgliederschwund zu spüren.

Arbeit muss sich lohnen
Das sich Arbeit lohnen muss, ist auch eine dieser immer wieder gerne verwendeten Phrasen im Bereich deutscher Arbeitsmarktpolitik, hiermit möchte man offensichtlich kaschieren, dass es oftmals gar nicht mehr darum geht, was sich lohnt oder nicht, sondern das man beim heutigem Lohndumping oftmals gar nicht mehr davon Leben kann. Natürlich gibt es auch hierfür die Quittung und zwar in Form von steigender Schwarzarbeit, denn natürlich versuchen die Menschen irgendwie halbwegs menschenwürdig in der Mitte der Gesellschaft zu leben. Wie man in der heutigen Zeit überhaupt noch ein geregeltes Familienleben führen mag, wenn beide Elternteile arbeiten müssen und im schlimmsten Fall, je nach Qualifikation, ein Elternteil auch noch einen Zweitjob braucht, soll an dieser Stelle erst einmal gar nicht diskutiert werden. Wobei man gerne auf die steigende Scheidungsraten und immer mehr Singlehaushalte hinweisen kann, die natürlich auch eine gewisse gesellschaftliche Entwicklung verdeutlichen, an der natürlich auch die Entwicklungen in der Wirtschaft ihren Teil beitragen. Aber wer meint an dieser Stelle sei der Hohn der Wirtschaft und Politik schon am Höhepunkt angelangt, liegt ziemlich falsch.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin geht mittlerweile hin und rechnet die Altersversorgung mit in die Vermögenswerte ein und somit geht die Schere zwischen den Armen und den Reichen schon nicht mehr ganz soweit auseinander. Das dieses `Vermögen` bei der heutigen Entwicklung der Rentenkassen, wohl kaum für Luxusurlaub oder ähnliches im Alter verwendet werden kann, sondern schlicht zum Überleben notwendig werden wird, denn auch Fakten wie Betreutes Wohnen gehören mehr und mehr zur Realität in Deutschland,  scheint man versehentlich nicht berücksichtigt zu haben. Zu Wochenbeginn konnte man bei WELT ONLINE die Schlagzeile lesen `Berlin ist Deutschlands Hauptstadt der Armut` und man fragt sich, nach den gerade geschilderten Berechnung, was wohl damit gemeint ist, die finanzielle Armut in der Stadt oder die geistige Armut, die dort scheinbar auch massiv verbreitet ist. Es zeigt aber auch, dass man mittlerweile alles versucht, um hier ein Bild zu suggerieren, welches mit der Realität im Land rein gar nichts mehr zu tun hat. Es gibt wohl nur zwei Wege die hier helfen könnten und diese auf den Weg zu bringen, ist die Aufgabe der Politik. Entweder man passt die Löhne wieder an die Lebenshaltungskosten in Deutschland an und Geld ist, wie man bei jeder neuen Rettungsaktion für die durch Lobbyisten gut vertretene Wirtschaft sieht, im ausreichenden Maße da oder man sorgt für eine Absenkung der Lebenshaltungskosten bei Beibehaltung des heutigen Einkommensniveau und stellt die Gerechtigkeit so wieder her. Alles andere würde eine Bankrotterklärung der deutschen Politik bedeuten.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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