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Die Wahrheit des Wortes

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10 Jahre Quantität statt Qualität

17. Januar 2011

Man feiert wieder etwas im Internet und zwar den 10. Geburtstag von Wikipedia. Die so genante Onlineenzyklopädie, die mittlerweile eigentlich jeder kennt, der jemals im Internet war, soll das Größte sein, was der Mensch je erschaffen hat. Aber ist dem wirklich so? Diese Frage ist schon der völlig falsche Ansatz, denn Quantität sollte nicht alles sein, ist es aber in unserer heutigen, immer schnelllebigeren Zeit leider immer öfter. Dieses Problem stellt sich nun auch bei Wikipedia, denn egal wie es sich von der Quantität her darstellt, lässt es von der Qualität her noch immer oft zu wünschen über. Schaut man sich das Bildungsniveau in Deutschland an, scheint aber dies auch gar nicht das Problem zu sein, genau dies sollte aber alle Verantwortlichen nachdenklich stimmen, denn die reine Überflutung mit teilweise mittelmäßigen Informationen wird die Welt auf Dauer nicht besser machen, sondern vieles eher noch verschlechtern. Vielleicht ist aber genau dies auch erwünscht, denn auch durch ein Überangebot an Information, kann man Desinformation schaffen. Das Quantität im Regelfall vor Qualität steht, scheint sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten so oder so zu einem der Leitmotive des Raubtierkapitalismus gemausert zu haben und dies mit fatalen Folgen.

Geschwindigkeit ist nicht alles
In der heutigen Zeit geht es oftmals darum, wer am schnellsten die meisten Informationen hat. Dies ist ein aktuelles Zeichen der Zeit und als solches erst einmal hinzunehmen, allerdings ist es eben nicht hinzunehmen, dass hierbei die Qualität der Information auf der Strecke bleibt. Dies ist natürlich nicht nur das Problem von Wikipedia, sondern ein allgemeines Problem des Internets, um nicht zu sagen der gesamten Medienwelt. Man lebt immer mehr in einer Welt des Halbwissens und auch der Halbwahrheiten und genau hier wird es natürlich richtig gefährlich. Außer, dass diese völlige Informationsüberflutung zu den eben genannten Folgen, wie zum Beispiel einer Ausbreitung von Desinformation führt, ist es natürlich auch an vielen Stellen des Lebens einfach nur gefährlich. Man muss wohl sagen, dass all dies zu einer Verdummung der Gesellschaft führt und hier könnte natürlich auch wieder ein gewisses Interesse vorhanden sein, dass genau dies geschieht. Dumme, nicht aufgeklärte Menschen sind natürlich viel einfacher zu lenken, als gut ausgebildete und aufgeklärte Menschen. Folgt man diesem Gedankengang weiter, wird einem auch einiges im Kontext des Bildungsproblems in Deutschland klar.

Man merkt hier sehr schön, wie wichtig auch an dieser Stelle eine gewisse Art der Entschleunigung ist, um so wieder die Qualität mehr in den Vordergrund zu bringen, denn grundlegend ist natürlich gar nichts gegen die Globalisierung des Wissens zu sagen, vor allem nicht, wenn sie für so gut wie jeden kostenfrei zugänglich ist. Wenn man es schaffen würde die Qualität von Informationen im gesamten Bereich der Medienwelt erheblich zu verbessern, würde sich wahrscheinlich auch vieles auf dieser Welt besser angehen lassen. Es wird so vielleicht sogar zu einer Umkehr des aktuellen Systems kommen, in dem doch vielfach eine kleine Clique der vermeintlichen Eliten und Experten die Geschicke der breiten Masse lenkt und dies natürlich immer mehr im ganz eigenen Interesse und immer seltener im Interesse aller. Man darf bei alldem auch nicht vergessen, dass Informationen das Gut unserer Zeit sind und es auch in Zukunft immer wichtiger wird, also sollte man auch dafür sorgen, dass die Qualität angemessen gut ist. Ist die Qualität erst einmal nachhaltig nach unten gewirtschaftet, wird es ganz schwer hier wieder zu einer Verbesserung zu gelangen, dies zeigt sich im Moment zum Beispiel auch mit dem Dioxinskandal sehr schön im Bereich der Lebensmittel.

Lenker und Henker
War Deutschland einst das Land der Dichter und Denker, stellt es sich aktuell eher so dar, als sei es vielfach nur noch das Land der Lenker und Henker. Auch hier gilt es natürlich sich wieder auf alte Werte zu besinnen und natürlich spielt auch hier die Qualität eine große Rolle, denn mit Dieter Bohlen und anderen Größen unserer Zeit werden wir wohl auf Dauer nicht allzu weit kommen. Natürlich wird nun der ein oder andere wieder mit dem Argument kommen, dass es in anderen Ländern noch schlimmer ist, was inhaltlich auch erst einmal korrekt ist und auch gar nicht bezweifelt wird, allerdings sollte man sich auch immer überlegen, was man als Maßstab ansetzt und sollte sich dabei nach oben und nicht nach unten orientieren. Wenn man soweit ist, dass man auf den verschiedenen Gebieten, wie zum Beispiel Wissen und Kreativität, endlich wieder ein annehmbares Maß an Qualität erreicht hat, kann man sich auch Gedanken über die Quantität machen, die natürlich auch ihre Berechtigung hat. Allerdings ist es eben außerordentlich schwer den umgekehrten Weg zu gehen und ein hohes Maß an Quantität später massiv in der Qualität anzuheben. So wird aus Dieter Bohlen wohl niemals einer der bedeutendsten Komponisten und wenn er noch soviel Musik macht.

Man sieht doch sehr deutlich, dass man die Größe von Wikipedia nicht allzu sehr feiern sollte, zu mindestens so lange nicht, bis auch ein angemessenes Maß an Qualität auf Dauer gegeben ist. Bis dahin sollte man mit dem dort vorhandenen Wissenspool, der oftmals auch einfach nur ein Unwissenspool ist, außerordentlich vorsichtig umgehen. Man muss auch beachten, dass sich in unserer heutigen, völlig vernetzten Welt, Fehler wie Viren rasend schnell ausbreiten und nur sehr schwer wieder zu berichtigen sind, wodurch sich die Probleme natürlich auch noch einmal potenzieren und auch dies scheint ganz bewusst so gewollt zu sein, da es natürlich auch dem eben genannten Zweck einer gewissen Politik der Desinformation dient. Man sollte einfach versuchen Wissen in einer höchstmöglichen Qualität zu verbreiten, denn wenn dies gelingt, hat man natürlich zum einen, einen allgemeinen Beitrag zum Thema Bildung geleistet und zum anderen sorgt man gleichzeitig auch dafür, dass es die Minderheit derer, die versuchen eine gut lenkbare Masse zu schaffen, es wesentlich schwerer haben und dies ist am Ende des Tages ein Ziel, welches eigentlich jeder freiheitsliebende Mensch verfolgen sollte. Somit kann man nur hoffen, dass die nächsten zehn Jahre doch eher im Zeichen der Qualität, anstatt der Quantität stehen, denn dies wäre dann ein wirklicher Grund für ein großes Fest.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Technik

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