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Die Wahrheit des Wortes

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10 Jahre nach 911 ist Osama bin Laden tot

3. Mai 2011

Osama bin Laden, das größte amerikanische Feindbild ist tot und Barack Obama einmal mehr der strahlende Held. Es musste jedem klar sein, dass Osama bin Laden so oder so niemals einen fairen Prozess bekommen hätte und die Aussage tot oder lebendig im Fall der Fahndung nach seiner Person nur bedingt stimmig war aber im gesamten Fall von 911 und Osama bin Laden sind so einige Details unstimmig, von daher ist dies auch nur ein weiteres kleines, fast irrelevantes Detail in einer Geschichte, die natürlich mit seinem Tode noch nicht endet, denn auch das machte die Amerikaner direkt deutlich. Der Topterrorist überhaupt wurde im pakistanischen Abbottabad, einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern im Vorgebirge des Himalajas, in einer von US-Streitkräften geführten, vierstündigen Kommandoaktion mit weiteren Familienangehörigen getötet und damit hat die Amtszeit von Barack Obama einen Höhepunkt gefunden. Man feierte, als habe man gerade einen Krieg gewonnen. Das Böse ist vernichtet worden. Endlich gibt es sie, die Rache für 911. Die Schlagzeilen und Stimmungen, die hier ausgelöst wurden, sind kaum zu beschreiben und niemand hat auch nur den kleinsten Zweifel an dieser ganzen Geschichte.

Warum gerade jetzt?
Schon seit Wochen war Osama bin Laden wieder ein Thema, gerade auch im Internet. Es gab Ratespiele zu seiner Person aber auch Meldungen über geplante, blutige Anschläge auf Ziele, wie zum Beispiel den Londoner Flughafen Heathrow und dann schlug er wieder zu, der mächtige Freund Zufall, denn plötzlich war Osama bin Laden tot, erschossen irgendwo im Nirgendwo von Pakistan und dies nur einige Monate bevor die Attentate des 11. Septembers 2001 ihren zehnten Jahrestag haben werden. War all dies eine Vorahnung im Netz? War es wirklich Zufall oder geht es hier doch nur um ein ganz großes Schauspiel? Ein Terrornetzwerk, welches so etwas schwerwiegendes, wie eben 911 geschafft hat, hat es nie wieder geschafft etwas vergleichbares anzurichten, was natürlich auch wieder einer dieser vielen Fragen in diesem Gesamtkontext ist, die bis zum heutigen Tage nicht beantwortet ist. Erst am Ende der letzten Woche hätte sich mit der Hochzeit von Prince William und Kate Middleton ein Topziel ergeben und von diesen gab es im ersten Jahrzehnt nach 911 einige aber nichts passierte in diesem großen Stil. All das Geschehene sorgte für einen Krieg zwischen den Kulturen, der bis jetzt anhält, auch wenn Barack Obama noch einmal darauf hinwies, dass es nie einen Krieg gegen den Islam gegeben hätte, was allerdings auch manch einer bezweifelt. Für die Amerikaner war dies, in der Stunde des größten Erfolges, der auch mit Tod von Adolf Hitler verglichen wurde, alles nicht so wichtig, Hauptsache man konnte der Welt wieder beweisen, wie unverwundbar und unbesiegbar man doch ist.

Ganz nebenbei dürfte all dies auch aus wahlkampftechnischer Sicht ein wirkliches Filetstückchen für den immer mehr in die Kritik geratenen Barack Obama gewesen sein, denn unzählige Amerikaner, die diese simple Geschichte einfach so, ungefragt als die Realität hinnehmen, dürften ihm für seinen Sieg über das Böse ihre Stimme geben. Das all dies doch sehr an die Gangart seines Amtsvorgängers George W. Bush erinnert, den man genau deshalb zum Teufel gejagt hatte, hat in diesem Moment auch kaum noch eine große Bedeutung, hat man doch gerade erst die dunkle Macht ausradiert. Nun hat man die zehn Jahre nach 911 natürlich auch dafür genutzt, ein Feindbild völlig unabhängig von der Person Osama bin Laden aufzubauen, welches wie durch Zufall dann doch auch immer wieder in einen Kontext zum Islam gestellt wurde, was seinen Tod natürlich wieder etwas relativiert. Denn, die in diesem Zusammenhang aufgebaute weltweite Überwachung unzähliger, völlig unschuldiger Menschen wird sich mit diesem Tage wohl kaum verändern und auch die Terrorgefahr hat sich mit diesem Tag nicht wirklich verändert. Man sieht eher direkt schon, dass schon wieder von mehr Bedrohung zu lesen ist und die Gefahr wohl erst einmal mehr geworden ist. Diese Terrorangst der letzten zehn Jahre hat vor allem auch den Politikern weltweit geholfen, die immer mehr Überwachung wollten und auch dies wird an einem solchen Tag natürlich nicht thematisiert, gilt es doch einen neuen amerikanischen Helden zu feiern, der zwar bislang nicht den Krieg in Afghanistan beenden konnte und auch sein Versprechen nicht einlöste und das Gefangenenlager Guantanamo schloss aber immerhin schon einmal einen Friedensnobelpreis erhielt.

Die Zeit des ganz großen Wandels
Es scheint ein sehr interessantes Jahr zu werden, dieses zehnte Jahr nach 911. Ein großer Teil der arabischen Welt ist im Umbruch, in Nordafrika tobt der Krieg in Libyen und dann auch noch das Ende von Osama bin Laden. Es ist wieder eine ganz besondere Anhäufung von Zufällen, die diese Welt, in diesen Tagen erleben darf. Da irritiert es dann auch nicht, dass man ihn direkt im Rahmen einer Seebestattung beigesetzt hat, was in diesem Fall irgendwie den Beigeschmack der Entsorgung von Beweismitteln hat. Sieht man hier wirklich den großen Sieg über das Böse? Wird es nun eine bessere Welt geben, mit noch mehr Demokratie nach westlichem Vorbild? Es stellen sich auch aktuell wieder wesentlich mehr Fragen, als es Antworten zu geben scheint. Die weltweite Bedrohung durch den internationalen Terrorismus, die so unendlich fest mit dem Namen Osama bin Laden verbunden war, war die Folgeveranstaltung des Kalten Krieges und man darf davon ausgehen, dass all dies eben noch nicht vorbei ist. Denn gerade auch bei dem, was man in diesen Tagen in der arabischen Welt erlebt, sieht man eben auch eine Ausweitung eines ökonomischen Systems von dem vor allem der Westen profitieren dürfte. Es scheint als werden hier noch ganz andere Schlachten geschlagen werden und diese haben mit Religion tatsächlich gar nichts zu tun. Die USA brauchten endlich einmal wieder einen großen, nachhaltigen Erfolg, den sie ökonomisch im Moment ganz und gar nicht leisten können, da gibt es doch kaum etwas schöneres, als den größten Staatsfeind überhaupt aus dem Weg zu räumen und eine Nation, um nicht zu sagen weite Teile der Welt, in Euphorie zu versetzen und im idealsten Fall auch noch gleich den nächsten Wahlsieg zu sichern.

Die Gefahr, die verbreitete Angst nach 911, war immer größer und realer als der Terror selbst. Auch in Deutschland funktionierte dieses Prinzip übrigens über all die Jahre ganz hervorragend. Denn auch hier gab es mehr Angst und Schrecken, als greifbare terroristische Taten und dies brachte vor allem auch hier wieder Überwachung ganz weit nach vorne und hier sei natürlich vor allem der heutige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) genannt, der damals, noch als Bundesinnenminister, nicht umsonst, nicht nur einmal verdächtigt wurde aus der Bundesrepublik einen Überwachungsstaat machen zu wollen. Zehn Jahre Terrorangst haben doch vieles bewegt und vor allem Gräben geschaffen und diese wurden immer tiefer und man darf davon ausgehen, dass sich mit dem Tod des personifizierten Bösen daran auch nichts ändern wird, denn scheinbar ist auch dies alles gewollt. Nicht umsonst legt man scheinbar großen Wert darauf, die Tötung von Osama bin Laden von der Terrorangst loszulösen und so beides zu haben, den angesprochenen Erfolg samt Superhelden aber auch den Fortbestand dessen, was man scheinbar als Grundlage benötigt, um das Weltbild weiter auszubauen, welches man benötigt, um den globalisierten Raubtierkapitalismus überall verbreiten zu können. Nach 911 begann eine neue Zeitrechnung, dies wurde auch immer wieder kommuniziert, nun nachdem Tode von Osama bin Laden beginnt schon wieder eine neue Zeitrechnung und man kann nur hoffen, dass diese für die Menschheit positiver wird, man kann dies allerdings wohl kaum erwarten, auch das haben die ersten Stunden nachdem Tod von Osama bin Laden gezeigt.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Kultur · Politik · Wirtschaft

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